06.06.19 6. Abonnementkonzert

6. Abonnementkonzert
20:00 Uhr, Festsaal Ingolstadt

Sie ist eine Anwältin für Komponisten, die in Vergessenheit geraten sind. Ihr ist es zu verdanken, dass die Musik von Galina Ustwolskaja nach dem Fall der Sowjetunion international Beachtung fand. Darüber hinaus hat Elizaveta Blumina auch Gidon Kremer mit der Musik von Mieczysław Weinberg vertraut gemacht, was dem Schaffen des vielfach verfolgten und 1996 verstorbenen Komponisten eine größere Aufmerksamkeit bescherte. Vor rund zehn Jahren setzte ein „Weinberg-Fieber“ ein. Mit Weinberg gastiert die Pianistin aus Russland auch beim GKO. In Polen in eine jüdische Familie geboren, flieht Weinberg 1939 vor den Nazis in die Sowjetunion. Im Zuge des antijüdischen Spätstalinismus wird er dort erneut verfolgt. Das beherzte Einschreiten seines prominenten Komponistenfreundes Dmitri Schostakowitsch rettet Weinberg das Leben. Mit Ruben Gazarian am Pult interpretiert Elizaveta Blumina eine Bearbeitung des Klavierquintetts op. 18 von 1944 für Klavier und Streichorchester. Ob die motorische Kraft, das bitter-böse Scherzo-Treiben oder der entlarvende Klageton: Der schöpferischer Austausch mit Schostakowitsch ist in diesem Werk deutlich vernehmbar. Von Arthur Honegger erklingt zudem die Sinfonie Nr. 2. Im Kriegsjahr 1942 in Zürich uraufgeführt, ist diese Sinfonie auch von dem abgründigen Lauf der Welt geprägt. Jedenfalls attestiert Honegger selbst dem Adagio einen „düsteren“, bisweilen gar „ein wenig verzweifelten“ Charakter.

Mieczysław Weinberg: Klavierquintett op. 18 (bearb. für Klavier und Streichorchester)
Arthur Honegger: Sinfonie Nr. 2

19:10 Uhr findet die Konzerteinführung mit Marco Frei statt.

Elisaveta Blumina, Klavier
Ruben Gazarian, Leitung

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